Der im Gesetz vorgeschriebene angemessene Wohnraum, der finanziert werden darf, entspricht meist nicht den real zur Verfuegung stehenden Moeglichkeiten. Entweder gibt es nicht genuegend Wohnraum in solcher (kleinen) Groesse, oder auch der kleinere Wohnraum, zumal auf dem freien Wohnungsmarkt, sprengt das zugeteilte Budget, oder es gibt endlos lange Wartelisten fuer kleine Butzen, so dass ein erforderlicher Umzug in absehbarer Zeit ausgeschlossen scheint.
In Loebau, ein Staedtchen in Sachsen, hat man sich zur Beseitigung der Misere etwas ganz besonderes ausgedacht. Man streicht den Hartz IV Empfaengern ein Zimmer ihrer Wohnung, also nicht streichen im Sinne von neu malern, sondern im Sinne von ausaeumen, Fenster zu, Heizung aus und Tuer abgeschlossen. Den Schluessel steckt die Dame von der Wohnungsverwaltung ein und kontrolliert in ebenso regelmaessigen Abstaenden, ob das Schloss nicht geknackt, ausgetauscht und das Zimmer heimlich weiterbenutzt wurde.
Nein, das ist kein Scherz. So veroeffentlicht im MDR.
Da das Zimmer fortan auf Beschluss der Wohnungsverwaltung nicht mehr zur Wohnung gehoert, hat der Vermieter natuerlich entsprechende Mieteinbussen hinzunehmen. Plus der von ihm zu bezahlenden Nebenkosten fuer das nun nicht vermietete (und auch nicht vermietbare) Zimmer.
Naja, in Loebau mag das funktionieren, weil sich die Wohnungsverwaltung die Miete selbst kuerzt. Um der Gerechtigkeit willen, sagen sie.
Aber welcher Vermieter liesse sich freiwillig auf einen solchen - Verzeihung - Kuhhandel ein?
Sachen gibt`s ...

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