Der Gerichtsvollzieher ist mit einem riesigen Umzugslaster und drei oder vier Moebelpackern angerueckt, dabei hatte der Mieter beizeiten sein Hab und Gut in Drogen umgesetzt und die wenigen Sachen, die nicht Muell waren, machten sich in dem kleinen Eckchen Laster richtig komisch aus.
Erst hat der GV geklingelt, keine Reaktion, dabei war der aeumungstermin natuerlich angekuendigt.
Dann haben wir den Generalschluessel probiert, ging nicht, weil der Schluessel von innen steckte.
Geklingelt, an die Tuer gebollert, laut gerufen, geklingelt, gebollert - keine Reaktion.
In mir kam die leise Befuerchtung auf, der Mieter liegt irgendwie weggetreten in der Wohnung.
Der GV hat sich schliesslich entschlossen, einen Schlosser zu rufen, um sich so Eintritt zu verschaffen. Kaum hatte er den Anruf getaetigt, drehte sich der Schluessel innen und ein Mieter stand in der Tuer, der behauptete, gar nichts gehoert zu haben.
Tja, Post hatte dieser in den letzten Wochen sicher auch nicht aufgemacht, denn er stopfte einen ganzen Packen davon zusammen mit ein paar Kleidungsstuecken in eine Sporttasche und ging grusslos von dannen.
Dabei hatte ich mir noch die Muehe gemacht, beim Sozialamt anzurufen, um dem Menschen im Zweifel eine Notunterkunft beschaffen zu koennen. Er wollte von nichts hoeren und ist seitdem, soweit ich weiss, obdachlos, also bei unserer Strassensozialarbeit gemeldet.
Damit eben auch kein pfaendbares Vermoegen. Jeder Cent, der in weitere Aktion gesteckt wuerde, waere rausgeschmissen. Der 30 Jahre lang vollstreckbare Titel ist in diesem Falle sehr wahrscheinlich auch nur nutzloses Papier ...
Insgesamt hat es ca. ein halbes Jahr bis zur Vollstreckung des Urteils in Abwesenheit (=Zwangsaeumung) gedauert, gekostet hat der Spass summa summarum ungefaehr 5000€, inklusive aller Mietrueckstaende, Rechtskosten, Lagerhaltung der Moebel etc.
Wobei ich das mit der Lagerhaltung der Moebel noch am unwitzigsten fand. Der Mieter hat die Moebel natuerlich nicht ausgeloest bzw. ausloesen koennen, deshalb wurde das Verwertbare zwangsversteigert und allein die Kosten der Zwangsversteigerung haben den Erloes ueberstiegen. Was selbstverstaendlich alles der Vermieter blechen musste. Haetten sie die Klamotten doch gleich entsorgt, das waere wesentlich billiger gewesen.
